🎧 67. Folge: Was wir tragen, ohne es zu wissen – über Herkunft, Verlust und die Entscheidung, loszulassen

Shownotes

Danach nehme ich dich mit in die Geschichte hinter die Geschichte. In meine eigene.

👉 Es geht um das, was wir von unseren Eltern mitbekommen – ohne Worte.

👉 Um Gefühle, die im Körper weiterleben, obwohl wir sie nie selbst erlebt haben.

👉 Und um die Frage, wie du aufhören kannst, etwas zu tragen, das nie deins war.

Diese Folge ist anders als sonst. Keine Methode. Kein Coaching-Format. Sondern ein ehrlicher Blick auf das, was bleibt und was wir loslassen dĂĽrfen.

Vielleicht erkennst du dich an der ein oder anderen Stelle wieder.

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Da diese Folge anders ist als sonst, wĂĽrde ich gerne wissen:

Wie hat sie dir gefallen?

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Zu diesen Fragen habe ich eine Umfrage auf Spotify erstellt. Ich freue mich, wenn du direkt auf Spotify abstimmst.

Wenn du tiefer einsteigen willst:

In meinen NLP-Ausbildungen geht es nicht darum, Dinge nur zu verstehen, sondern sie wirklich zu verändern.

👉 Alle Infos: www.wildwechsel-nlp.biz

Herzlichst

Susanne

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00:00:03: Hallo und herzlich willkommen im Wildcast deiner Coaching Podcast.

00:00:07: Ich bin Susanne Lapp, Gründerin von Wildwechsel dem NLP-Institut für Persönlichkeitsentwicklung Und hier bekommst du keine Theorie sondern echte Coachingpraxis.

00:00:18: ich nehme dich mit in meine Sitzung zu den Momenten in denen sich wirklich etwas verändert.

00:00:23: Wenn dir das gefällt lasst mir vom Sterne da und abonniere den Kanal!

00:00:28: Jetzt gleich rein in die heutige Folge.

00:00:32: Vor gut einem Jahr habe ich den Wildcast relauncht, mit drei sehr persönlichen Folgen.

00:00:38: Wenn du dem Wildcast schon länger folgst wirst du dich erinnern.

00:00:43: und jetzt dachte ich aufgrund dieses einjährigen Jubiläums wird diese Folge anders wieder sehr persönlich.

00:00:53: Ich lese dir zuerst eine Kurzgeschichte vor die über Oster nach einen Besuch in Dresden und Görlitz geschrieben irgendwie ganz plötzlich einen Puls folgt.

00:01:03: Ich stand vor so einem Aufsteller, wo eingeladen wurde zu einem Schreibwettbewerb und irgendwie dachte ich Mensch, ich hätte Lust zu schreiben einfach so.

00:01:16: Und ja den Puls bin ich gefolgt.

00:01:18: und oft ist es ja so dass man oder bei mir ist es oft so das sich viele Sachen erst dann verstehe wenn ich sie einmal aufgeschrieben habe.

00:01:27: Deswegen reflektiere ich dann darĂĽber, was diese Kurzgeschichte mit mir, mit meiner Lebensgeschichte und der Geschichte meine Familie zu tun hat.

00:01:38: Was meine Mutter eben im Alter von vier Jahren verloren hat, was meine Eltern mehr mitgegeben haben ohne es zu wollen und was das mit dem zu tun hatte, was ich vor einem Jahr hier erzählt habe... Also heute wird es gar keine Methode geben oder kein Format, nur ein sehr, sehr persönliches Gespräch.

00:02:01: Quasi ein Gespräch mit mir selbst und vielleicht erkennst du dich an der einen oder anderen Stelle wieder und nimmst so etwas für dich mit!

00:02:14: Hier kommt die Kurzgeschichte.

00:02:17: Sie erzählt von dem einundachtzigjährigen Karl, der auf Städtereise ist.

00:02:23: Der Titel der Geschichte lautet, der Turm, der Blieb und die Statik, die nicht mehr stimmt.

00:02:32: Karl war einundachtzig – offiziell auf Städtereise.

00:02:37: Inoffiziell war er hier weil ihm sein Sohn vor drei Monaten bei einem Abendessen in Frankfurt gesagt hatte Ich erreiche dich nicht Vater Und ich habe aufgehört es zu versuchen.

00:02:51: Karl hatte wortlos genickt, das konnte er gut.

00:02:56: Am nächsten Morgen hat er ein Hotel in Görlitz gebucht.

00:03:01: Der reichenbacher Turm stand da wie immer Ein Körper aus Stein gebaut für etwas Das längst vorbei war Ein Werturm.

00:03:12: Karl wusste das noch Hatte es irgendwann gelernt Vielleicht von seinem Vater der nie erklärte.

00:03:21: Später dann hatte man den Turm weiter genutzt, nicht mehr zum Schützen nur noch zum Schauen.

00:03:29: Karl legte die Hand an das Mauerwerk.

00:03:33: Du bist geblieben, sagte er – ich

00:03:36: nicht.".

00:03:37: Sein Vater hatte diesen Satz gesagt hier in Görlitz nach allem.

00:03:43: Der Name Presslau fiel dabei nie.

00:03:46: Er lag zwischen den Setzen.

00:03:49: Karl war noch kein Jahr alt gewesen, als sie gegangen waren.

00:03:53: Nicht gegangen – vertrieben!

00:03:56: Mit einem Koffer der zu klein war für das was darin hätte Platz finden müssen ein Zuhause eine Sprache Ein Selbstverständnis.

00:04:08: Später hier vor Dingen die noch standen hatte sein Vater diesen Satz oft gesagt Du bist geblieben ich nicht.

00:04:19: Nie vorwurfsvoll, nie wehmĂĽtig.

00:04:23: Wollen sie hoch oder nur philosophieren?

00:04:26: Karl drehte sich um.

00:04:28: Ein Mann ein Hund.

00:04:30: Die Treppe war eng und steil Sein Stock tastete nach Halt.

00:04:36: Irgendwo zwischen der ersten und der zwanzigsten Stufe meldete sich sein Knie.

00:04:42: Karl ging weiter Schmerz ignorieren Verlust relativieren Nähe vermeiden Ein ganzes Leben in drei Kompetenzen.

00:04:52: Wo kommen sie her, fragte der Mann.

00:04:54: oben angekommen?

00:04:56: Von hier sagte Karl weichmal.

00:05:00: und dann Karl zuckte mit den Schultern.

00:05:04: Nach der Wende alles weg Betrieb dicht Haus verkauft.

00:05:08: Frau wollte in den Westen Ich bin mit Und jetzt Jetzt bin ich wiederher.

00:05:15: Der Mann nickte Der Kreis schlieĂźt sich.

00:05:19: Karl schĂĽttelte den Kopf.

00:05:21: Nein, die Statik stimmt nicht mehr!

00:05:25: Hier oben war Wind.

00:05:27: Die Stadt lag ausgebreitet unter ihm ruhig – fast so als hätte es all'die Brüche nie gegeben.

00:05:37: Sein Vater hatte nie wieder Wurzeln geschlagen und Karl hatte nie gelernt welche zu bilden.

00:05:45: Er hatte geheiratet ein Haus gebaut einen Sohn bekommen Alles richtig gemacht und nichts gehalten.

00:05:53: Schon komisch, sagte der Mann neben ihm – was?

00:05:57: Dass man denkt, man könne sich schützen!

00:06:00: Er klopfte gegen das Mauerwerk.

00:06:03: Die haben das hier gebaut um zu bewahren, was ihnen wichtig war.

00:06:08: Geholfen hat es nicht.

00:06:11: Der Wind griff nach seiner Jacke, zog Zerte als wolle er testen wie fest alles noch saĂź.

00:06:20: Tal schloss die Augen.

00:06:22: Er sah seinen Vater nicht als Gesicht, als Struktur – fest unnahbar, erschütterlich ein Turm!

00:06:35: Und plötzlich verstand er etwas das ich ihm lange entzogen hatte Man kann sich schützen und doch alles verlieren.

00:06:45: Karl setzte sich.

00:06:47: Der Stein unter ihm war hart.

00:06:49: Keine Illusion von Wärme.

00:06:52: Mein Sohn sagt, er erreicht mich nicht.

00:06:55: Der Mann nickte und?

00:06:58: Karl sah auf seine Hände alt zerfurcht.

00:07:02: Er hat recht!

00:07:04: Karls Blick verlor sich in der Ferne.

00:07:07: Mein Vater hat immer gesagt verlass dich auf nichts.

00:07:11: Der man nickte meiner auch.

00:07:13: aber wissen sie was uns unterscheidet?

00:07:15: nein ich habe vor langer Zeit beschlossen nicht mehr auf ihn zu hören.

00:07:21: Karl sah ihn an.

00:07:22: Hat es funktioniert?

00:07:25: Der Mann zuckte mit den Schultern.

00:07:27: Sagen wir so, ich habe seitdem mehr verloren, aber ich habe auch mehr

00:07:33: gehabt.".

00:07:35: Karl schloss die Augen.

00:07:37: Er dachte nicht mehr daran wie es hätte sein sollen – Nicht daran was gefehlt hatte, nicht daran wer Schuld war sondern spürte was jetzt da war Wind Höhe Ein Turm, der geblieben war.

00:07:54: Und ein Leben das vielleicht noch nicht vorbei war.

00:07:59: Am nächsten Morgen ging Karl wieder los zu einem anderen Turm und noch einen Tag für Tag nacheinander zu jedem Turm der Stadt Nicht weil er glaubte dort oben etwas zu finden sondern weil er begann zu verstehen dass Aufstieg nichts mit Höhe zu tun hat Nichts mit Mauern.

00:08:24: Irgendwann blieb er stehen, stützte sich auf den Stock, die Türme standen im Licht – nicht wachsam, nicht drohend einfach da!

00:08:35: Karl atmete ein.

00:08:37: Zum ersten Mal seit Jahrzehnten hatte er nicht das BedĂĽrfnis, sich innerlich zu wappnen.

00:08:44: Nicht gegen Erinnerungen, nicht gegen Menschen, nicht einmal gegen sich selbst.

00:08:51: Er hob dem Blick….

00:08:53: Vielleicht dachte er, ist das genug.

00:08:56: Nicht wehren nur

00:08:58: wahrnehmen.".

00:09:00: Er zog das Telefon aus der Tasche und rief seinen Sohn an.

00:09:08: Nachdem ich diese Geschichte aufgeschrieben habe, habe ich mich selbst gefragt was hab' ich in Görlitz verstanden, was sich vorher noch nicht in Worte fassen konnte?

00:09:21: Davon möchte ich dir jetzt erzählen!

00:09:24: Vielleicht kennst du was ähnliches.

00:09:27: Mich hat als erstes überwältigt, wie sehe ich mich dort im Osten beinahe schon in Schlesien zu Hause gefühlt habe – nicht in Görlitz als konkretem Ort sondern dieses körperliche Gefühl von Zuhause an einem Ort, an dem ich ja eben noch nie gelebt

00:09:46: habe.".

00:09:47: Dieses GefĂĽhl hatte ich zum ersten Mal bei einer Fahrt mit meiner Mutter und ihren Schwestern nach Elbing, also an den Ort aus dem sie nineteenhundertfĂĽnfvierzig vertrieben wurden.

00:10:00: Und dann jetzt wieder in Görlitz – ganz tief, ganz körperlich und ganz unmittelbar!

00:10:07: Dieses GefĂĽhl hat, habe ich danach recherchiert, einen Namen.

00:10:12: Manche nennen Es sehnsucht nach einem Ort, der nicht der eigene ist.

00:10:17: Aber der eigene sein

00:10:19: sollte.".

00:10:20: Die Walisern nennen das hier Raté.

00:10:24: Ich hoffe ich habe das jetzt richtig ausgesprochen!

00:10:26: Eine unstillbare Sehnsuchte nach einer Heimat die vielleicht nie existiert hat oder die nicht mehr existiert?

00:10:35: Das kommt dem eigentlich näher und gleichzeitig hatte ich den Eindruck es etwas anderes.

00:10:43: Etwas, das man vielleicht verloren hat.

00:10:45: Sondern es hat sich für mich angefühlt wie Ankommen – Wie Ankunft!

00:10:50: Also du kommst an einen Ort den du nicht kennst und etwas in dir sagt «endlich».

00:10:56: Das fand ich sehr bemerkenswert und hat mich sehr berĂĽhrt.

00:11:01: Und dann sind meine Gedanken weitergewandert zu meiner Mutter Zu ihrem Schicksal.

00:11:07: Sie musste als vierjährige aus Elbing fliehen eben mit einem Koffer, der zu klein war.

00:11:14: Elbing heißt heute nicht mehr elbing die alten Straßen existieren nicht mehr Die Häuser stehen nicht mehr.

00:11:21: als wir nach dem Tod meiner Großmutter gemeinsam dort waren hat sie es oft gesagt Es ist wunderschön wieder aufgebaut aber es ist nicht elbing.

00:11:30: Ich kann mich kaum an Bilder erinnern von diesem Besuch nur an ein GefĂĽhl Ein Teil von mir war schon hier Ein Teil vor mir ist hier Zuhause.

00:11:41: Mein Kopf hat das nicht gespeichert, aber mein Körper hat es behalten.

00:11:46: Und als ich das verstanden habe, habe ich auch verstanden – meine Mutter hat mir kaum jemals von Elbing erzählt!

00:11:53: Sie hat es mir weitergegeben ohne Worte durch den Körper, durch die Sehnsucht, durch den Schrecken, von dem sie mir, als ich klein war mehr als einmal erzählt hatte.

00:12:05: Wie sie als kleines Mädchen zwischen lauter Erwachsenen auf dem Balkon ihres Hauses stand und den Horizont brennen sah, die Erwachsen sagten, Danzig brennt.

00:12:16: Das hat mich als Kind immer sehr tief berührt – aus einem Grund, den ich nie fassen konnte!

00:12:22: Heute weiĂź Ich, ich habe dieses Bild nie gesehen aber ich kenne es, es sitzt tief in

00:12:29: mir.".

00:12:30: Und das ist vielleicht das Ehrlichste was man ĂĽber transgenerationales Erbe sagen kann?

00:12:36: Es lebt nicht im Gedächtnis, es lebt im Körper zum Beispiel in einer Sehnsucht, in dem Gefühl anzukommen an einem Ort, an dem er noch nie war.

00:12:47: Ich spüre ein Teil von mir gehört hierhin – in den Osten Schlesien Ostpreußen wo ein Teil meiner Familie eben herkommt.

00:12:59: Ein anderer Teil vor mir hat dir genau dieses GefĂĽhl wenn ich mein Elternhaus in Bad Hersfeld betrete Und in dem Moment, als ich mir das klarmache, dass beides da ist.

00:13:10: In dem Moment wird mir klar – wir sind nicht eine einzige Heimat!

00:13:14: Wir sind mehrere!

00:13:15: Heimat is kein Ort!

00:13:16: Heimat is

00:13:17: plural!".

00:13:19: Meine Mutter hat Elbing verloren und Hersfeld so vollständig angenommen, dass kein Raum mehr blieb für das was vorher war.

00:13:27: Der Schmerz des Verlustes wurde ĂĽberschrieben durch GrĂĽndlichkeit, durch Anpassung.

00:13:33: Durch mehr Hersfelder werden wollen als all die

00:13:35: anderen.".

00:13:37: Und ich trage heute beides.

00:13:39: Hersfeld, mein Elternhaus der Geruch die Vertrautheit und den Osten Ostpreußen Schlesien – Der Teil, der nie ausgesprochen wurde Aber immer da war Als Sehnsucht als Kalmay-Lektüre Als Feuerschimmer am Horizont.

00:13:57: Ich habe geerbt was sie nicht mehr herben dĂĽrfte.

00:14:01: Jetzt an diesem Wolken verhandenen Ostern Hol' ich es zurĂĽck Und ich habe das GefĂĽhl, Ich mache das nicht fĂĽr mich alleine.

00:14:10: Ich mache es auch fĂĽr sie.

00:14:13: Meine Gedanken bleiben noch ein Moment bei meiner Mutter

00:14:16: hängen.".

00:14:18: Wie gesagt, sie hat Hersfeld die neue Heimat so vollständig angenommen dass kein Raum mehr blieb für das was vorher war.

00:14:26: und sie hat mir Elbin gegeben ohne Worte durch den Körper, durch den Feuerschimmer die Sehnsucht Zwei Empfindungen, die gleichzeitig in ihr waren.

00:14:37: Nach außen Herrsfeld vollständig angepasst gründlich.

00:14:42: Nach innen Elbing!

00:14:44: Unvergessen unlösbar und heilbar.

00:14:48: Und ich stelle mir jetzt die Frage, kenne ich das?

00:14:51: zwei Empfindung gleichzeitig nach Außen dass eine sein Dass eine sein wollen, nach innen das andere Und die Einsicht schlägt ein wie ein Blitz.

00:15:03: Ja Ich kenne das, ich kenne es als aufrecht erhalten einer Fassade.

00:15:08: Dieses einen Anschein vermitteln wollen oder mĂĽssen und eigentlich etwas ganz anderes fĂĽhlen.

00:15:16: Ich weiĂź meine Mutter liebt mich von ganzem Herzen aber wir konnten lange nicht ĂĽber diese Themen reden.

00:15:23: Es musste immer alles heil- und fröhlich klingen.

00:15:26: Der Schmerz war einfach zu groĂź.

00:15:29: Nach der Vertreibung hat sie mit sechs Jahren ihren Vater verloren an Tuperkulose weil Penicillin und Fett fehlten.

00:15:37: Meine Oma war hochschwanger, und wurde schwer depressiv – und sie das kleine Mädchen, das zwei Jahre vorher Danzig brennen sah, wurde zur Managerin der Familie die jeden Morgen das Eis aus den zugefrorenen Waschschüffeln klopfte und frisches Wasser holte, die den kalten Ofen wieder zum Brennen brachte, die die kleinen Geschwister versorgte, bevor sie sich selbst Fertigmachte für die Schule.

00:16:07: Eine sechsjährige, vor diesem Kind habe ich eine tiefe Hochordnung und das hat meine Mutter mir mitgegeben ohne es zu wollen dass nach außen immer alles fröhlich aussehen musste Die Fassade, das Funktionieren, die Managerin.

00:16:28: Ich habe ihr unter Welt immer ein fröhliches Gesicht gezeigt.

00:16:35: Der Moment an dem mir das brutal klar wurde, habe ich nie vergessen.

00:16:41: Es war die Einschulung meines Patenkindes!

00:16:44: Mein Mitpate trete sich zu mehr um und sagte, was grinst du seit zwanzig Minuten so doof?

00:16:50: Und ich merkte ein Lächeln war ohne jeden Anlass in meinem Gesicht festgetackert – automatisch unbewusst, so tief eingeübt eingegraben dass ich es nicht mehr

00:17:03: spĂĽrte.".

00:17:05: Meine Mutter konnte nie lernen, wie man ĂĽber Schmerz spricht.

00:17:09: Und diese Sprachlosigkeit hatte sie mir mitgegeben!

00:17:14: Ich habe dann in den vergangenen Jahren das getan was sie nicht konnte – weil jetzt Raum da war und Zeit.

00:17:22: Ich habe mir die Sprache meine Sprache zurĂĽckerobert fĂĽr mich, fĂĽr Sie, fĂĽr Karl und mit Wildwechsel dann fĂĽr alle, die auf Balkonen stehen und Horizont brennen sehen und nicht wissen, was sie damit machen sollen.

00:17:38: Was ich meiner Mutter sagen würde – wenn die Sprache kein Problem wäre?

00:17:43: Das alles Gutes wie es ist!

00:17:46: Dass sie alles richtig gemacht hat.

00:17:49: Dass der Schrecken längst vorbei ist.

00:17:52: Danzig-und Elbing sind neu aufgebaut.

00:17:57: Ja… Und meine Mutter weiß, wie sehr ich sie liebe.

00:18:02: Und das alles Gute ist, wie es

00:18:04: isst.".

00:18:06: Das sechsjährige Mädchen im Morgenfrust darf jetzt ausruhen.

00:18:12: Vor einem Jahr habe ich drei Waldkastfolgen aufgenommen über den Freitod meines Partners Klaus, und jetzt ein Jahr später schreibe ich eine Geschichte über einen Mann der sich ein Leben lang geschützt hat, Mauern gebaut, Türme – und dabei sein Sohn verlor!

00:18:31: Und ich ĂĽberlege was weiĂź ich heute?

00:18:34: Ein Jahr was ich damals noch nicht wusste.

00:18:39: Ich hatte mir damals vor der Veröffentlichung der Folgen sehr viele Gedanken gemacht, wie das mein Ansehen verändert, ob ich das ertragen kann und ob ich es teilen will?

00:18:48: Und als sich die Episoden dann eingesprochen und veröffentlicht hatte, habe ich gemerkt, wie sehr es mich befreit hat – wie viel Kraft dieses Geheimnis seines Freiturts vorher gebunden hatte!

00:19:00: Und wieviel innere Stärke und Freiheit ist.

00:19:03: mehr gegeben hat zu denken Freunde, so war es.

00:19:07: Und wenn jemand deshalb nicht mit mir arbeiten möchte – bitte!

00:19:11: Aber das bin ich.

00:19:12: Das ist mein Leben.

00:19:13: Dazu stehe ich.

00:19:15: Und mir wird klar diese Haltung dieses Das-es-mein-Leben-Dazu-steh' Ich.

00:19:22: Das is das Gegenteil des einst festgetackerten Lächelns.

00:19:26: Das iĂź die Sprache, die ich mir zurĂĽckerobert habe in ihrer reinsten Form und ich bin ein wenig stolz darauf diesen Weg gegangen zu sein.

00:19:37: Klaus war mein Coach, bevor er mein Partner wurde.

00:19:40: Er hat mir geholfen meine Sprache wiederzufinden und ich trage sie jetzt weiter – für ihn, für meine Mutter, für das sechsjährige Mädchen im Morgenfrost, für Karl auf dem Turm und für all die anderen.

00:19:57: Und ich denke mir vielleicht ist das die eigentliche Linie dieser Podcastfolge!

00:20:03: Nicht transgenerationales Trauma als Konzept, sondern eine Kette von Menschen die einander etwas gegeben haben was sie selbst nicht behalten durften oder konnten.

00:20:17: Meine Mutter gab mir Elbing, Klaus gab mir die Sprache ich gab Karl seine Geschichte und vielleicht gibt Karl dir meiner Hörerin meinem Hörer die Erlaubnis anzurufen.

00:20:36: Nach Görlitz sind wir zurück nach Dresden gefahren, wo wir übernachteten.

00:20:41: In dieser Nacht war ich tief traurig – Ich spürte, dass vieles an dieser Reise ein letztes Mal sein wird.

00:20:49: Dass sich mich auch hier nicht gegen die Zeit und die Götter stemmen kann!

00:20:55: Und weil ich meine Eltern liebe, stelle ich still ein in den Lauf der Dinge um weiter mit ihnen gehen zu können, um sie weiter das letzte Stück des Weges begleiten zu können.

00:21:08: Und ich entscheide, und es zerreißt mir fast das Herz, dass sie sich nur um mitgehen handelt – nicht um mittragen!

00:21:18: Ich darf das Leid und den Schmerz meiner Mutter jetzt loslassen.

00:21:24: Ich lasse beides bei ihr.

00:21:26: Es gehört ihr.

00:21:28: Sie wĂĽrde nie wollen, daĂź ich es trage.

00:21:31: Schon gar nicht, dass ich es weiter

00:21:33: trage.".

00:21:34: Das ist keine Distanz, das ist Liebe.

00:21:38: Und nachdem ich in diesen Stunden still zugestimmt habe – in den Lauf der Dinge, in das was kommt?

00:21:45: In dem Abschied, der sich ankĂĽndigt?

00:21:49: Das klingt zu harmlos aber es hat weh getan wie die Hölle!

00:21:53: Weil ich entschieden habe mitzugehen statt mitzutragen, dass etwas passiert, mit dem ich ĂĽberhaupt nicht gerechnet hatte.

00:22:02: Mein Herz hat sich

00:22:03: befreit.".

00:22:04: Erst hat es gerast, es war ein wahnsinniger Druck in meiner Post eigentlich schon die Wochen vorher immer wieder und dann hatte sich angefĂĽhlt als ob Ketten springen wĂĽrden.

00:22:16: Dann hatte sich anfĂĽhlt also mein Herz weiter wird als ob mehr Platz entsteht und dann ist alles ruhig geworden.

00:22:27: Und ich dachte das ist kein Bild dass es keine Metapher.

00:22:31: Das is was Transformation mit dem Körper macht Nicht ein Gedanke, der sich verändert.

00:22:37: Nicht eine Einsicht, die kommt sondern Ketten, die sprengen Ein Herz das weiter wird und dann stille.

00:22:48: Und das ist auch das was ich meinen Teilnehmenden in den NLP und Coaching Ausbildung zu erklären versuche Was NLP wirklich isst, was Systemisches Arbeiten wirklich ist nicht Technik, nicht Methode Sondern dass.

00:23:04: Und irgendwann war es dann halb vier und ich bin eingeschlafen.

00:23:08: Um Viertel vor neun war ich mit meinen Eltern zum Frühstück verabredet, das Leben geht weiter – leiser, weiter angekommen!

00:23:19: Karl ruft seinen Sohn an nicht weil er alles verstanden hat, nicht weil der alles reparieren kann sondern weil ein kleiner Schritt genug ist.

00:23:30: Meine Mutter hat mir Elbing nicht erzählt sie hat es mir gegeben Klaus hat mir die Sprache gegeben, ich trage sie weiter.

00:23:40: Und diese Nacht in Dresden, die gehört jetzt auch dazu.

00:23:44: Zu dem was Ich trage, zu dem was ich loslasse!

00:23:49: Was ich weiter gebe?

00:23:51: Was ich in Worte fasse.

00:23:53: und für alle, die ihr eigenes festgetackertes Lächeln kennen, die ihren eigenen Balkon haben ihre eigene Stadt, die nicht mehr existiert Ihren eigenen Zug, der auf eine Mauer zurasst?

00:24:06: Ihr seid nicht das Problem.

00:24:08: Ihr seid die Lösung!

00:24:13: Diese Folge ist entstanden weil ich in Görlitz stand und etwas verstanden habe dass sich vorher nur erahnte.

00:24:22: Und genau das ist es was wir bei Wildwechsel tun Nicht nur erklären, nicht nur verstehen sondern ankommen lassen.

00:24:31: Wenn du merkst dass da auch etwas in dir isst das noch nicht angekommen ist, dann weiĂźt du wo Du mich findest.

00:24:39: Herzlichst Deine Susanne!

00:24:43: Noch ein Hinweis weil diese Folge anders ist als viele andere Folgen habe ich bei Spotify eine Umfrage erstellt denn es interessiert mich ob Du Dir mehr von dieser Art von Folgen wĂĽnschst.

00:24:58: also ich freue mich sehr wenn Du Dich an der Umfrage beteiligst.

00:25:02: Ich lese und sehe alle Antworten.

00:25:05: Vielen Dank, wenn du dir diese drei Minuten nimmst!

00:25:08: Und jetzt bis zum nächsten Mal!

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