🎧 70. Folge: „Ich dachte 15 Jahre lang, mir glaubt sowieso keiner.“ – Sexuelle Gewalt, Scham & der Weg ins Vertrauen

Shownotes

In dieser sehr persönlichen und bewegenden WildCast-Folge begleitet dich Dr. Susanne Lapp durch eine echte Coaching-Sitzung zum Thema sexuelle Gewalt und Traumaverarbeitung.

Marika (Name geändert) spricht zum ersten Mal nach über 15 Jahren über eine Vergewaltigung durch einen Arbeitskollegen. Jahrelang hatte sie geglaubt, sie sei selbst schuld, weil sie sich nicht gewehrt hatte. Erst durch die Beschäftigung mit moderner Traumatheorie wird ihr klar: Ihre Reaktion war kein Versagen, sondern eine automatische Schutzreaktion ihres Nervensystems.

In dieser Folge erfährst du:

  • warum viele Betroffene bei sexueller Gewalt in eine Freeze-Reaktion geraten
  • weshalb Schuld und Scham häufig bei den Opfern landen statt bei den Tätern
  • was hinter einem Schocktrauma steckt
  • wie traumatische Erfahrungen im Coaching bearbeitet werden können
  • warum Selbstvergebung oft ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Heilung ist
  • wie Menschen nach belastenden Erfahrungen wieder Vertrauen in sich selbst entwickeln können

Diese Folge enthält Schilderungen sexueller Gewalt und kann emotional belastend sein. Bitte höre sie nur, wenn du dich dafür stabil genug fühlst.

Links aus dieser Folge

👉 Trauma-Coaching mit Dr. Susanne Lapp: https://www.wildwechsel-nlp.biz/nlp/trauma-coaching-frankfurt-online/

👉 Familienaufstellungen für Glück & Erfolg: https://www.wildwechsel-nlp.biz/nlp/familienaufstellung-fuer-glueck-erfolg/

👉 Ausbildung zum Business & System Coach: https://www.wildwechsel-nlp.biz/nlp/integrale-ausbildung-zum-business-system-coach/

Wenn du selbst von sexueller Gewalt betroffen bist, findest du UnterstĂĽtzung unter anderem beim WeiĂźen Ring oder bei Pro Familia.

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Transkript anzeigen

00:00:03: Sie sitzt mir gegenüber, Greidebleich zittert am ganzen Körper und sagt ich habe fünfzehn Jahre nicht darüber gesprochen.

00:00:14: Aber jetzt ist es Zeit!

00:00:17: Was sie mir dann erzählt hat sie lange verdrängt.

00:00:20: und was danach passiert in dieser Coaching-Sitzung mit ihr?

00:00:25: das löst fifteen Jahre Scham, Schuldgefühle und erschlagene Müdigkeit auf innerhalb von anderthalb Stunden.

00:00:34: Bis zu dreißig Prozent aller Erwachsenen in Deutschland haben in ihrem Leben sexuelle Gewalt erlebt, viele schweigen jahrelang weil sie denken Sie seien selbst Schuld, weil sie sich nicht gewährt hätten, weil die wie eingefroren waren.

00:00:50: In dieser Folge erfährst du warum das kein Versagen ist sondern eine Traumoreaktion und wie man damit arbeitet.

00:01:05: Herzlich willkommen zum Wildcast, deinem Coaching-Podcast.

00:01:09: Ich bin Susanne Lapp, Gründerin von Wildwechsel dem NLP Institut für Persönlichkeitsentwicklung.

00:01:16: Hier bekommst du keine Theorie sondern echte Coachingpraxis!

00:01:21: ich nehme dich mit in meine Sitzungen zu den Momenten in denen sich wirklich etwas verändert und die Folge heute ist anders als die meisten schwerer und gleichzeitig eine der hoffnungsvollsten, die ich je aufgenommen habe.

00:01:39: Sowohl in meinen Coaching-Ausbildungen als auch in meiner Art mit Einzelklärenden zu arbeiten begegne ich immer wieder Menschen, die irgendwann an einen Punkt kommen, an dem sie sagen – da ist noch etwas!

00:01:54: Etwas das schon lange zurückliegt Und dass mich trotzdem immer noch einschränkt immer noch belastet, immer noch Energie kostet die mir an anderer Stelle fehlt.

00:02:09: Sehr oft steckt dahinter eine Erfahrung mit sexueller Gewalt oder sexuelle Missbrauch etwas worĂĽber nie gesprochen werden konnte aus Scham, aus SchuldgefĂĽhlen, aus Angst das einem nicht geglaubt wird.

00:02:26: und heute nehme ich dich mit in eine solche Sitzung was möglich ist, auch nach vielen, vielen Jahren.

00:02:36: In der heutigen Folge begleiten wir eine Coaching-Sitzung zu einem besonders sensiblen Thema – der Verarbeitung von sexueller Gewalt.

00:02:47: Konkret geht es um eine Vergewaltigung durch einen Arbeitskollegen die ĂĽber fĂĽnfzehn Jahre unausgesprochen geblieben ist.

00:02:56: Meine Klientin nennen sie Marika nimmt gerade an einer Coaching-Ausbildung teil.

00:03:03: Davor hat sie bereits die NLP Practitioner und die NLP Master Ausbildung absolviert, und bringt damit eine solide Basis an psychologischer Kompetenz, SelbstfĂĽhrung und Selbstmanagement mit.

00:03:18: Es mir wichtig das zu betonen dass sie also schon ĂĽber zwei Jahre intensiv Ansicht gearbeitet hat, damit es nicht so aussieht als ob man solche Themen an einem Nachmittag alleine bearbeiten kann.

00:03:33: Wenn man die Vorarbeit geleistet hat, wenn das Fundament da ist dann kann in anderthalb Stunden ganz viel passieren.

00:03:41: Das nur um es in den richtigen Rahmen zu setzen und auch wirklich transparent zu sein.

00:03:48: Also wie gesagt sie nimmt jetzt an meiner Coaching Ausbildung zum System- und Business Coach Teil.

00:03:55: Da gehört es an einem der Ausbildungswochenenden dazu, dass wir uns ausführlich mit moderner Traumotheorie beschäftigen.

00:04:03: Und im Rahmen dieses Moduls hatte ich erklärt wie wir im normalen Stress daran erkennen das wir das Gefühl haben, dass eine Situation aktiv bewältigen können entweder durch kämpfen also verbal oder körperlich dagegen halten oder durch fliehen indem wir die Situation verlassen.

00:04:25: Auf Englisch heiĂźt das Fight of Light Response.

00:04:29: Bei einem Trauma ist es anders, dort fehlen uns in dem Moment wo die Situation passiert – die nötigen Verarbeitungsressourcen.

00:04:39: Weder kämpfen noch fliehen erscheint möglich!

00:04:42: Die Psyche fährt dann einen inneren Schutzmechanismus hoch.

00:04:46: den nennen wir Freeze and Fragment also Einfrieren und Aufspalten.

00:04:52: Die Betroffenen erleben das so.

00:04:54: Sie fühlen sich wie fest gefroren, wie schockgefroren können sich nicht bewegen bekommen kein Wort über die Lippen der Kopf fühlt sich mit Nebel es ist rundum handlungsunfähig und zwar nicht aus Schwäche sondern als automatischer Schutzreflex des Nervensystems.

00:05:15: Und im Rahmen der Coaching-Ausbildung hatten wir eben damit gearbeitet, wie man die einzelnen Persönlichkeitsanteile, die bei dieser Freeze and Fragment Reaktion entstehen erkennen und bei der Heilung unterstützen kann.

00:05:30: Marika hatte mich am Ende des Wochenendes beiseite genommen und um ein Coachingtermin gebeten – sie wolle sich ein persönliches Thema anschauen!

00:05:43: Jetzt sitzt sie mir gegenĂĽber, wie gesagt greidebleich und sagt ich habe fĂĽnfzehn Jahre nicht darĂĽber gesprochen.

00:05:52: FĂĽnfzehn jahre in denen ich immer geglaubt habe Ich sei selbst schuld!

00:05:56: Fifzehn Jahre indem ich das Vertrauen in mich selbst verloren hatte.

00:06:02: Doch als du am Wochenende ĂĽber Trauma gesprochen hast ist mir zum ersten Mal klar geworden dass ich mir vielleicht gar nichts vorwerfen muss.

00:06:10: Deswegen will ich jetzt hinschauen.

00:06:14: Ich spüre, wie viel sie das kostet und sage einfach ja ich höre dir zu.

00:06:21: Fünfzehn Jahre – Das klingt unfassbar lang!

00:06:25: Und gleichzeitig ist es erschreckend normal als Zeit bevor viele darĂĽber sprechen was Sie erlebt haben.

00:06:35: Je nach Studie gehen Forscher davon aus dass bis zu dreiĂźig Prozent der erwachsenen Deutschen sexuelle Gewalt erlebt.

00:06:44: Die Spannbreite ist dabei groĂź, sie reicht von anzĂĽglichen Bemerkungen bis eben zu vollzogenen Vergewaltigungen.

00:06:53: All das fällt unter dem Begriff sexuelle Gewalt und all das hinterlässt Spuren.

00:07:00: Was bedeutet das fĂĽr dich und mich?

00:07:03: Es bedeutet dass wir mit groĂźer Wahrscheinlichkeit nicht zum ersten Mal in BerĂĽhrung kommen!

00:07:11: Vielleicht aus eigener Erfahrung, vielleicht ĂĽber einen Menschen der uns nahesteht.

00:07:18: Vielleicht sogar ĂĽber jemanden, der bis heute nie darĂĽber gesprochen

00:07:23: hat.".

00:07:24: Und es bedeutet auch – wer so lange schweigt wie Marika ist kein Einzelfall!

00:07:30: Schweigen is die Regel nicht die Ausnahme.

00:07:34: Scham, SchuldgefĂĽhle... die Angst nicht geglaubt zu bekommen, das sind die GrĂĽnde warum so viele Betroffene jahrelang manchmal Jahrzehntelang mit sich und dem Erlebten alleine bleiben.

00:07:49: Deshalb ist das was Marika heute tut keine Kleinigkeit.

00:07:53: es ist vielmehr ein mutiger Schritt!

00:07:57: Und falls du gerade zuhörst und merkst dass dich dieses Thema persönlich betrifft?

00:08:02: Du musst es nicht alleine tragen.

00:08:05: Es gibt Menschen und Organisationen, die sich darauf spezialisiert haben Betroffene zu begleiten.

00:08:13: Der weiĂźe Ring ist eine davon pro Familie eine andere.

00:08:19: Jetzt zurĂĽck zum Marika.

00:08:22: Die hat sich entschieden, sie sitzt mir gegenĂĽber Und sie isst bereit.

00:08:28: Dann erzählt sie Sie war damals Anfang zwanzig.

00:08:32: Mit ihrem Freund- und Arbeitskollegen waren sie auf einer Party.

00:08:37: Einer der mitfeierenden erwähnte, sein Auto stehe im Parkhaus.

00:08:42: Da Marika die einzige war, die nichts getrunken hatte, wart ihr Freund sie den Kollegen schnell zu seinem Auto zu fahren.

00:08:51: Irgendetwas in ihr hatte sofort gesagt lasst es sein.

00:08:54: das ist keine gute Idee!

00:08:56: Sie war jung, sie wollte nicht die Spielverderberin sein und so sagte sie zu.

00:09:04: Ein groĂźes, schlecht ausgeleuchtetes Parkhaus.

00:09:08: Dort zerrte er sie aus dem Auto, warf sie auf die KĂĽhlerhaube und vergewaltigte sie.

00:09:15: Ich sagte Danke dass du mich an dem Erleben teilhaben lässt!

00:09:22: Sie sagt Du bist die erste der ich das erzähle nach über fünfzehn Jahren.

00:09:28: Ich habe mich immer so geschämt dafür Dass sich wie gelähmt war dass ich nicht gewährt habe Und deswegen habe ich auch immer gedacht, dass mir ohnehin keiner glaubt.

00:09:40: Ich glaube dir sage

00:09:41: ich.".

00:09:43: Kurze Pause?

00:09:45: Dann sagt sie aber als wir am Wochenende ĂĽber Trauma gesprochen haben, da ist mir klar geworden was damals wirklich passiert ist!

00:10:06: Das spricht dafür, dass dein Körper die Situation als potentiell lebensgefährlich erlebt hat.

00:10:13: Und das Stillhalten sich nicht bewegen keinen Mux von sich zu geben – für ihn die Reaktion war, die das Überleben am Wahrscheinlichsten

00:10:20: machte.".

00:10:22: Ja, sagte sie.

00:10:23: Das habe ich mir auch gedacht, als du ĂĽber die Freeze-and-Fragment-Response gesprochen hast!

00:10:29: Und das war der Moment in dem ich beschlossen habe, daß ich mir diesen Abend anschauen sollte….

00:10:36: Denn ich habe immer gesagt, weil ich mich nicht gewährt habe bin ich selbst schuld.

00:10:40: Weil ich nicht nein gesagt

00:10:41: habe.".

00:10:42: Das denken viele Menschen die diese Art von Gewalt erleben sage ich.

00:10:48: Und mir ist auch klar geworden fährt sie fort als du davon gesprochen hast das Schuld und Scham üblicherweise bei den Opfern landen obwohl Sie zu den Tätern gehören dass Ich mich so geschämt habe und dass ich mir die Schulter für gegeben habe aber dass sie doch eigentlich zu diesem Typen gehören zu diesem Mann, der mir das angetan hat?

00:11:11: Absolut sage ich.

00:11:13: Sie fährt fort denn wenn hier jemand die Schuld hat, wenn sich hier jemand schämen sollte dann ja wohl der.

00:11:19: so ist es.

00:11:20: sie atmet aus erleichtert.

00:11:23: Ja.

00:11:25: und weiĂźt du was ich auĂźerdem nie verstanden habe fragt sie Ich habe auch nie verstanden, wie ich mich danach verhalten habe.

00:11:32: Ich hab' mich in mein Auto gesetzt und obwohl mir alles weh getan hat bin ich zurück zur Party gefahren und habe so getan als ob nichts passiert wäre – weiter mit den anderen gelacht und

00:11:44: getanzt.".

00:11:46: Mir wird eiskalt, als sie das sagt.

00:11:48: Sie fährt fort.

00:11:50: Und danach habe ich mir immer vorgeworfen dass ich doch irgendwie komisch bin mir nichts habe anlassen merken lassen, worum ich nichts gesagt habe.

00:12:00: Erst jetzt am Wochenende als du erklärt hast dass bei einem Trauma über Lebensanteile in uns entstehen die wie ein Pressesprecher fungieren und für das Aufrechterhalten der Fassade zuständig sind ist mir klar geworden ,dass da wahrscheinlich so einen Überlebensanteil in mir übernommen hat und ich einfach nur noch funktioniert habe.

00:12:21: Genau so bestätige.

00:12:24: Zum ersten Mal wirkt Marika etwas erleichtert.

00:12:28: Ja, das habe ich jetzt verstanden!

00:12:30: Dass ich nicht komisch bin sondern dass mein Verhalten eine Traumareaktion war.

00:12:37: Ich sage ähnliches beschreiben tatsächlich viele Menschen nach erlittener sexueller Gewalt nach traumatischen Erfahrungen.

00:12:47: Dann frage ich sie Was ist dir heute vor allem wichtig?

00:12:52: Das Erlebnis mit jemandem zu teilen?

00:12:55: Oder willst du auch damit arbeiten?

00:12:58: Ich möchte doch damit arbeiten, entgegnet sie.

00:13:01: Ich möchte mir endlich wieder selbst vertrauen!

00:13:06: Lass mich kurz anmerken bevor wir hier weitermachen – was Marika hier beschreibt ist ein klassisches Schocktrauma.

00:13:13: Schocktraumata entstehen durch einmalige überwältigende Ereignisse wie Einunfall eine erschreckende Diagnose, ein Übergriff.

00:13:23: Einmal passiert aber Sie graben sich tief ins Nervensystem ein.

00:13:29: Der Unterschied zum Bindungstrauma, auf das wir schon in anderen Folgen eingegangen sind, liegt genau darin – es war eben nicht eine Kindheit voller Verletzungen, es war ein einziger Abend und trotzdem oder gerade deshalb sitzt er über fünfzehn Jahre immer noch wie ein Fremdkörper in Marikas

00:13:50: Leben.".

00:13:51: Bei Schocktraumata arbeiten wir mit dem abgespaltenen Anteil, also dem Teil der in jene Moment eingefroren ist und seitdem dort in diesem Park aus diesem schlecht ausgeleuchteten geblieben ist.

00:14:06: Unser Ziel ist es Kontakt aufzunehmen zu diesen Persönlichkeitsanteil und ihn zurückzuholen ins Hier-und Jetzt!

00:14:17: Ich frage sie, magst du dir das anschauen?

00:14:19: Wollen wir also mit dem Anteil in dir arbeiten der immer noch in diesem Parkhaus fest gehalten

00:14:25: wird?".

00:14:27: Sie weint.

00:14:28: Ja sagt sie.

00:14:28: ich glaube es ist Zeit!

00:14:31: Ich nicke.

00:14:31: ja das dauert schon viel zu lange.

00:14:34: dieser Anteil an dir hat er nicht verdient.

00:14:37: Es ist Zeit dass wir ihm helfen.

00:14:42: da wir uns einer Coaching-Ausbildung befinden, da Marika eben eine Coaching Ausbildung macht in der es unter anderem um das Erlernen von Aufstellungsarbeit geht schlage ich vor dass wir mit Bodenankern arbeiten also dass wir das Trauma aufstellen.

00:15:00: Ich fertige vier Bodenanker ein mit der Aufschrift ich im Heute einen mit die Einundzwanzigjähriger Marika, einen mit Vergewaltigung und einen Der Vergewaltiger.

00:15:15: Marika pliziert die Anker so auf dem Boden, wie es ihrem inneren Bild entspricht.

00:15:21: Die junge Marika liegt etwa drei Meter vor dem Anker.

00:15:25: ich im Heute.

00:15:27: Rechts von ihr der Vergewältiger also der Bodenancker für den Vergewartiger.

00:15:34: Links von ihr mit etwa anderthalb Meter Abstand die Vergewaltung.

00:15:41: Nachdem die Bodenanker ausgelegt sind, bitte ich Marika sich zunächst auf den Ankerfair heutiges Ich zu stellen.

00:15:49: Von dort aus direkt an ihre jüngere Version gerichtet spricht sie nach meiner Vorgabe – dir ist etwas Schlimmes passiert!

00:15:59: Du bist vergewaltigt worden.

00:16:02: Als du jemandem zu seinem Auto gefahren hast also einfach nett sein wolltest.

00:16:07: das hat dich so schockiert dass du dich nicht bewegen konntest und kein Ton herausgebracht hast.

00:16:14: Und danach hast Du Dir genau dafür Vorwürfe gemacht, hast Dich gefragt ob Du vielleicht eine Mitschuld hattest – und hast niemandem davon erzählt!

00:16:25: Aber jetzt wo ich diese Coaching-Ausbildung mache ist mir klar geworden das war einfach eine traumatische Reaktion.

00:16:34: Während sie spricht fließen weiter Tränen.

00:16:38: Dann bitte ich sie, die Rollen zu tauschen.

00:16:41: Sie tritt auf den Bodenanker der jĂĽngeren Marika?

00:16:44: Ich stelle mich auf ihren Anker und spreche dieselben Sätze noch einmal diesmal an sie gerichtet!

00:16:52: Ich bitte Marika sich in ihr Jüngere sich einzufühlen, während ich die Worte

00:16:56: ausspreche.".

00:16:58: Sie sagt leise, ich bin tatsächlich sehr, sehr erleichtert.

00:17:02: Zum ersten Mal verstehe ich was da in mir passiert ist….

00:17:07: Zum ersten Mal kann ich mich selbst verstehen.

00:17:11: Absolut, sage ich!

00:17:13: Und dann fĂĽge ich hinzu und das Erste was ich jetzt mache... Ich hole Dich von diesem dunklen Platz aus diesem dunklem Parkhaus heraus.

00:17:25: Ich hole dich ins Hier-und Jetzt.

00:17:29: Ich mache drei vier Schritte auf Sie zu, nehme sie behutsam an der Hand und fĂĽhre sie langsam in Richtung des Bodenankers der MitreiĂźigerin.

00:17:39: Während wir gehen, lade ich Sie ein, in sich hinein zu spüren wie es sich anfühlt aus der traumatischen Situation herauszutreten und Schritt für Schritt in die Gegenwart zurückzukehren.

00:17:54: In der Gegenwart angekommen sagt sie Ich fĂĽhle mich sehr erleichtert Und zum ersten Mal seit vielen Jahren in Sicherheit.

00:18:04: Wir tauschen erneut die Rollen, Marika kehrt in ihr heutiges Ich zurück und ich trete auf den Bodenanker der Anfang zwanzigjährigen.

00:18:13: Auch ich spĂĽre sofort die Erleichterung, die in diesem Anker liegt!

00:18:18: Jetzt bitte ich Marika an Ihr jüngeres Ich gewandt zu sagen Du bist in Sicherheit – dir kann nichts mehr passieren.

00:18:27: Es ist vorbei Und zwar schon lange Seit fĂĽnfzehn Jahren.

00:18:33: Diese Sätze sind entscheidend, denn traumatisch abgespaltene Anteile sind – wie ich es nenne – Schockgefroren.

00:18:41: Schockgefroren in Raum und Zeit!

00:18:44: Sie kriegen nicht mit das die Zeit vergangen ist, dass die Gefahr längst vorüber ist… Und indem Marika diese Sätze ausspricht beginnt die Reintegration also das Zurückholen der abgespaltenden Anteilen.

00:19:00: NatĂĽrlich eine Metapher.

00:19:02: Eigentlich handelt es sich um neuronale Netze in uns, bei denen die Synapsen gekappt wurden, sodass wirklich neuronale netze in Uns entstehen, die nicht mehr an das große neuronale Netz angebunden sind so dass die darin enthaltene Informationen, die Gefühle und Ängste eben nicht mehr sich mit verändern.

00:19:24: Nicht mehr mitkriegen, dass im AuĂźen die Zeit vergeht.

00:19:29: Der eingefrorene Anteil hört also zum ersten Mal, es ist vorbei.

00:19:34: Dann wenden wir uns dem Täter zu!

00:19:37: Ich gebe Marika das Wording vor.

00:19:40: direkt an den Bodenanker des Vergewaltigers gerichtet – lange Zeit habe ich mir Vorwürfe gemacht.

00:19:47: Lange Zeit habe gedacht, ich sei schuld.

00:19:50: Mir wird klar, ich habe ĂĽberhaupt nichts falsch gemacht.

00:19:53: Wer hier Schuld hat, bist

00:19:54: du.".

00:19:56: Ich gebe ihr ein sogenanntes RĂĽckgabekissen in die Hand.

00:20:00: Ich bitte sie, in sich hinein zu spĂĽren wo sie diese vermeintliche Schuld bisher mit sich rumgetragen hat!

00:20:08: Sie zeigt ohne zu zögern auf ihre Schultern.

00:20:12: Dann lasst die Schuld von deinen Schultern in das Kissen fließen, lad ich sie ein und dann gibst du die Schuld an den Täter.

00:20:24: und sagt, diese Schuld lasse ich jetzt bei dir.

00:20:28: Das Kissen fliegt mit groĂźem Schwung vor den Bodenanker.

00:20:33: Dann die Scham.

00:20:35: Ich habe mich ganz schrecklich geschämt.

00:20:37: Jetzt wird mir klar wenn sich hier jemand schämen muss dann du.

00:20:41: Und dann sagt sie mit Nachdruck Wenn sich jemand schämme muss dann dieses Arschloch.

00:20:47: Absolut bekräftige ich.

00:20:50: Wieder ein Kissen.

00:20:51: Ich bitte Sie in sich hinein zu spĂĽren wo sie diese Scham getragen hat.

00:20:56: Sie zeigt im wahrsten Sinne des Wortes auf ihren Schambereich, die Scham fließt ins Kissen zurück und fliegt zurück zum Täter.

00:21:07: dann die Trauer.

00:21:09: Die Trauer ĂĽber das was passiert ist.

00:21:11: was du getan hast trage ich schon viel zu lange mit mir rum, die lasse ich jetzt auch bei dir.

00:21:19: Auch dass Kissen landet mit voller Wucht vor dem Bodenanker des Täters.

00:21:24: und schlieĂźlich die Wut.

00:21:27: Ich lade Marika ein in sich hinein zu spĂĽren, wo diese Wut in ihr steckt ĂĽber die Missachtung ihrer Grenzen, ĂĽber das was er ihr angetan

00:21:36: hat.".

00:21:37: Sie schaut mich erstaunt an.

00:21:39: Susanne ich war lange ĂĽberhaupt nicht wĂĽtend aber gerade merke ich da steigt eine wahnsinnige Wute mir hoch.

00:21:47: Das ist sehr gut sage Du brauchst Zugang zu deiner Wut, denn Wut ist das GefĂĽhl der Abgrenzung.

00:21:55: Der Verteidigung der eigenen Grenzen und Wut is das was uns in die Handlung bringt.

00:22:01: also wo spĂĽrst du deine Wut?

00:22:03: Sie legt die Hante auf ihren Bauch.

00:22:05: hier gerade könnte ich explodieren vor Wut.

00:22:09: dann lass auch sie ins Kissen flieĂźen und sag ihm was du ihm sagen willst.

00:22:15: endlich spĂĽre ich wie wĂĽrdendig bin.

00:22:16: und diese Wut die gebe ich jetzt zurĂĽck.

00:22:19: Das Kissen fliegt.

00:22:21: Diesmal mit der größten Wucht von

00:22:23: allen.".

00:22:24: Jetzt sind wir soweit, den Täter aus dem System zu entlassen!

00:22:29: Er gehört ja gar nicht in Marikas Herkunftssystem – er hat nie dorthin gehört.

00:22:34: also kann er gehen.

00:22:37: Ich gebe dir das Worthing vor….

00:22:39: Da du ohnehin nicht in mein Herkunstsystem gehörst hast du hier zukünftig nichts mehr zu suchen.

00:22:45: How up do?

00:22:47: Ich wollte sagen blöder Hund Aber sie ist mir schon zuvor gekommen, hau abdodämliches Arschloch.

00:22:54: Ich finde das es ein Begriff der hier absolut angemessen ist!

00:22:58: In diesem Moment nehme ich den Bodenanker hoch fange an ihm zusammenzuknüllen – da hält Marika mich auf und sagt lasst mich das machen.

00:23:07: Sie nimmt den Bodenanker geht zur Tür knüllt ihn noch weiter zusammen öffnet die Tür und wirft den Bodenanka hinaus.

00:23:16: dann schlieĂźt sie die TĂĽr.

00:23:18: Ich sehe, wie sie ausatmet.

00:23:21: Ihre Schultern sinken.

00:23:23: In das vorher greidebleiche Gesicht kehrt Farbe zurĂĽck!

00:23:27: Das freut mich besonders – ich fühle mich das erste Mal seit fünfzehn Jahren wirklich erleichtert", sagt sie, «wirklich sicher, wie schön».

00:23:37: Dann lade ich Marika ein auf den Bodenanker mit dem Thema Vergewaltigung zu treten und auch dort einen Moment in sich

00:23:46: hineinzuspĂĽren.".

00:23:49: Sie schaut mich verblĂĽfft an.

00:23:51: Hier ist eigentlich da nicht viel los!

00:23:54: Ich bin halt ein Ereignis, ich bin halt passiert.

00:23:58: Ich freue mich ĂĽber diese

00:23:59: Aussage.".

00:24:01: Dann lade ich sie ein wieder in ihr heutiges Ich zu treten und von dort aus auf den Bodenanker der Vergewaltigung zu schauen.

00:24:18: war damals an dem Geschehen beteiligt.

00:24:22: Das Ereignis lebt nur noch in deiner

00:24:26: Erinnerung.".

00:24:28: Ich frage sie, ob ihr diese Erkenntnis hilft?

00:24:32: Sie nickt!

00:24:33: Dann lade ich sie nochmal ein auf ihr jungeres Ich zu schauen – ihr direkt in die Augen zu blicken… Und das jüngere ich einzuladen, sich mit all seinem Wissen, all seinen Ressourcen und all seine Erfahrungen voll und ganz mit dem heutigen, fünfzehn Jahre älteren Ich zu verbinden.

00:24:55: Das fühlt sich wunderschön an, sagt sie!

00:24:58: Es wird ganz angenehm warm – und ich fühle mich tatsächlich viel

00:25:04: vollständiger.".

00:25:08: Weil sie im Vorgespräch erwähnt hatte, da sie sich immer noch nicht vergeben kann dafür dass sie damals bewegungsunfähig war, frage ich Sie ob jetzt ein guter Moment wäre sich selbst zu vergeben.

00:25:22: Ich erkläre das Vergebung bedeutet Zuvertrauen wie zuvor in Ihrem Fall Sich selbst wieder zu vertrauen.

00:25:32: und dann erinnere ich Sie daran was ihr selbst gesagt hat Dass sie damals eine ganz klare Intuition hatte.

00:25:40: Dass irgendetwas in ihr sofort wusste, dass es keine gute Idee war diesen Mann zu diesem Parkhaus zu fahren.

00:25:48: Dass sie also offensichtlich ĂĽber eine Intuition verfĂĽgt der sie vertrauen kann.

00:25:54: Sie schaut nicht an!

00:25:56: So habe ich das noch nie gesehen.

00:25:57: aber du hast völlig Recht Ja?

00:26:03: Es ist Zeit, daĂź ich mir selbst vergebe und mir wieder erlaube, mir selbst zu vertrauen.

00:26:12: Ich lade sie ein in sich hineinzuspüren, wo dieses Selbstvertrauen in ihr sitzt – diese Intuition die immer da war!

00:26:22: Ich spĂĽre sie ganz, ganz deutlich im Herzen, sagt sie.

00:26:26: Sie legt die Hand dorthin….

00:26:28: Und ab sofort werde ich öfter auf sie

00:26:30: hören.".

00:26:32: Auch mir wird tatsächlich ganz warm ums Herz.

00:26:36: beenden wir dann auch diesen Coaching-Termin.

00:26:41: Zwei Tage später schickt sie mir eine WhatsApp.

00:26:45: Sie schreibt, dass diese erschlagende Müdigkeit unter der sie so lange gelitten hatte nach unserem Coaching tatsächlich sofort weg war und bis jetzt nicht zurückgekommen ist!

00:26:57: Sie wissen gar nicht wann sich das letzte Mal so leicht gefühlt habe... Wie gesagt, nicht jede Traumafolge löst sich so schnell auf.

00:27:07: Aber manchmal passiert genau das!

00:27:10: Und wenn du das jetzt hörst, möchte ich eben ergänzen dass Marika im Rahmen ihrer NLP Ausbildungen bereits über Jahre psychologische Stärke Selbstfühlung und Resilienz aufgebaut hatte.

00:27:22: Diese Ressourcen waren eine wichtige Grundlage fĂĽr die Arbeit, die wir heute in Coaching gemacht haben.

00:27:29: Ohne dieses Fundament wäre ein so schneller und nachhaltiger Veränderungsprozess vermutlich deutlich schwieriger gewesen.

00:27:38: Ich freue mich auf alle Fälle sehr über dieses Ergebnis, und ich frage Sie ob ich im Rahmen dieses Podcasts über unsere Arbeit berichten darf?

00:27:48: Nach zwei weiteren Tagen schreibt sie mir dass sie kurz darĂĽber nachdenken musste aber das sie zu dem Schluss gekommen ist es wichtig sei darĂĽber zu reden!

00:27:59: Damit mehr Betroffene davon erfahren, dass es kein Charakterfehler und kein Versagen ist wenn man sich wie gelähmt fühlt.

00:28:07: Sondern eine Traumafolge – eine automatische Schutzreaktion des Nervensystems.

00:28:13: Deshalb stimmt sie zu!

00:28:16: Ich habe groĂźe Hochachtung vor ihrem Mut Bevor wir uns fĂĽr heute verabschieden, wenn diese Folge dich berĂĽhrt hat.

00:28:26: Wenn sie dir etwas gegeben hat oder wenn du denkst dass jemand in deinem Leben sie hören sollte dann tu bitte drei Dinge!

00:28:35: Gib dem Podcast eine Bewertung, abonniere ihn wenn du das nicht schon lange gemacht hast und leite diese Folge an den Menschen weiter für denen Sie wichtig sein könnte.

00:28:46: Das kostet Dich eine Minute könnte für jemand anderen einen echten Unterschied machen.

00:28:54: Und jetzt zu dir!

00:28:56: Vielleicht hörst du diese Folge gerade und denkst an etwas, das du seit Jahren mit dir herumträgst?

00:29:03: Das muss nicht unbedingt sexuelle Gewalt sein – vielleicht ein Autounfall, eine Demütigung… Eine Situation in der Du wie eingeforen warst.

00:29:13: Dann möchte ich dass Du eines mitnimmst Handlungsunfähigkeit in einem traumatischen Moment ist kein Charakterfehler.

00:29:21: Sie ist eben vielmehr oft ein Zeichen dafĂĽr, wie hart dein Nervensystem damals gearbeitet hat um dich zu schĂĽtzen!

00:29:31: Und wenn du magst, stell dir zwei Fragen.

00:29:35: Die erste Frage lautet eben – gibt es in deinem Leben ein Erlebnis bei dem du dir im Nachhinein Vorwürfe gemacht hast weil du nicht reagiert hast?

00:29:45: Weil du nicht laut genug nein gesagt hast?

00:29:49: Wenn ja, schau dieses Erlebnis einmal durch eine neue Brille an.

00:29:54: Nämlich war das vielleicht auch eine Freeze-Response!

00:29:58: War das vielleicht eben eine automatische Schutzreaktion deines

00:30:03: Nervensystems?!

00:30:05: Wenn das so ist wäre jetzt vielleicht ein guter Moment dir selbst zu vergeben.

00:30:12: und die zweite Frage lautet Wo in deinem Leben hörst du gerade nicht genug auf deine Intuition?

00:30:20: Leg kurz die Hand aufs Herz und spĂĽr nach.

00:30:24: Dein Körper weiß meistens mehr, als dein Kopf war haben will.

00:30:28: Marika wusste es damals – sie hatte dieses Gefühl!

00:30:32: Und auch wenn Sie ihn jener Nacht nicht darauf hören konnte heute hört sie wieder hin…und das kannst Du auch.

00:30:42: Das, was du heute gehört hast neugierig gemacht hat auf Aufstellungsarbeit auf die Kraft dieser Methode.

00:30:49: Auf das, was in einem Coaching-Termin möglich ist.

00:30:52: dann schau gerne mal vorbei!

00:30:55: Ich biete sowohl Einzelcoaching als auch Familienaufstellung an und wenn Du selbst lernen möchtest wie man so arbeitet dann wirf einen Blick auf meine Ausbildung zum Business & System Coach.

00:31:08: Die Links dazu findest du wie immer in den Schaunauts.

00:31:13: Schön, dass Du heute dabei warst.

00:31:15: Bis zur nächsten Folge!

00:31:16: Passt gut auf Dich auf – Deine Susanne.

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